Modulbeschreibungen, Bachelor (alt), Prüfungsordnung ab dem 1.9.2005
Das Studium ist modular aufgebaut und in insgesamt 19 Module gegliedert.
Es folgt nun eine kurze Modulbeschreibung:
Modul 1: Studieneingangsgruppe
Der Einstieg in das Studium soll in den ersten beiden Semestern durch das Angebot von Kleingruppen im Rahmen von Studieneingangsgruppen erleichtert werden. Hauptaufgabe der Studieneingangsgruppen ist die Befähigung der Studierenden zu wissenschaftlichem Arbeiten, insbesondere zur Lektüre und Diskussion fachwissenschaftlicher Texte, zur Literaturrecherche, zum Verfassen wissenschaftlicher Texte und zur mündlichen Präsentation von Arbeitsergebnissen.
Modul 2: Theorie und Geschichte der Sozialen Arbeit
Das Lehrangebot dieses Moduls vermittelt die grundlegenden historischen, theoretischen, institutionellen und professionellen Entwicklungen der Sozialen Arbeit. Darüber hinaus gibt das Fach einen Überblick über die Arbeitsfelder, die Adressatinnen und Adressaten und die Problemgegenstände der Sozialen Arbeit und führt in deren ethischen Grundlagen ein.
Modul 3: Methodische Grundlagen der Sozialen Arbeit
In diesem Lehrgebiet sollen die fachlichen Voraussetzungen für eine allgemeine und arbeitsfeldspezifische Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit für die Soziale Arbeit vermittelt werden. Es umfasst die theoretischen wie praxisbezogenen Grundlagen beruflicher Handlungsmöglichkeiten innerhalb der Sozialen Arbeit sowie die daran geknüpften didaktischen und praktischen Fragestellungen.
Modul 4: Kunst, Kultur und Medien in der Sozialen Arbeit
Dieses Lehrangebot umfasst künstlerische und mediale Handlungsmöglichkeiten innerhalb der Sozialen Arbeit und die daran geknüpften didaktischen und anwendungsorientierten Fragestellungen. Studierende sollen die Bedeutung kultureller Ausdrucks- und Kommunikationsformen und deren Nutzen bei der Lösung sozialer Problemstellungen einschatzen lernen.
Modul 5: Rechtliche Grundlagen der Sozialen Arbeit
Gegenstand dieses Lehrgebietes sollen die für die Soziale Arbeit erforderlichen rechtlichen und sozialpolitischen Grundlagen sein. Die Studierenden sollen die für die Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit relevanten Rechtsgebiete und die strukturellen Rahmenbedingungen der Sozialen Arbeit kennen lernen und deren Bedeutung bei der Konzeption professioneller Hilfen einschätzen können.
Modul 6: Gesellschaftswissenschaftliche Grundlagen der Sozialen Arbeit
In diesem Lehrgebiet werden in sozialwissenschaftlicher Perspektive die Handlungsbedingungen der Sozialen Arbeit in ihrem gesellschaftlichen Kontext bearbeitet. Die Studierenden sollen die sozio-ökonomischen Bedingungen, die sozialen Strukturelemente und die Wandlungsprozesse moderner Gesellschaften analysieren und deren Auswirkungen auf die Entstehung und Lösung sozialer Probleme kritisch reflektieren können.
Modul 7: Humanwissenschaftliche Grundlagen der Sozialen Arbeit
Gegenstand dieses Lehrgebietes sind die für die Soziale Arbeit relevanten psychologischen Konzepte zur Beschreibung und Erklärung menschlichen Erlebens, Verhaltens und Handelns. Grundlegend ist dabei zum einen, dass psychische Prozesse nicht isoliert, sondern in Wechselwirkung mit physischen und sozialen Bedingungen bzw. Prozessen zu betrachten sind, zum anderen, dass Menschen sich in aktiver Auseinandersetzung mit äußeren Anforderungen und inneren Bedingungen entwickeln.
Modul 8: Erste Praxisphase: Sozialpädagogisches Blockpraktikum
Vor allem Blockpraktika erlauben in Ansätzen das Kennenlernen und die Reflexion der Arbeitsbedingungen in sozialpädagogischen Institutionen sowie Erfahrungen mit Möglichkeiten und Grenzen sozialpädagogischer Berufsvollzüge. Blockpraktika sind in der Regel in der vorlesungsfreien Zeit abzuleisten. In der Auswertungsveranstaltung sollen die Studierenden lernen, ihre Praxiserfahrungen kritisch und selbstkritisch einschätzen zu können und daraus systematische Konsequenzen fürs methodische Handeln abzuleiten.
Modul 9: Sozialpolitik und soziale Dienste
Die Studierenden sollen sich ein Verständnis für die Grundstrukturen und den Entwicklungsbedarf des deutschen Sozialstaatsmodells erarbeiten. Die Studierenden sollen sich 1. Grundkenntnisse über Aufbau, Funktionsweise und Weiterentwicklungsbedarf des deutschen Sozialstaatsmodells aneignen, 2. ein Verständnis für die Stellung der Kommunen und die Aufgabenstellung kommunaler Sozialpolitik im Gesamtaufbau der Bundesrepublik entwickeln und 3. die Stellung des Dritten Sektors im Bereich der Sozial- und Gesundheitsdienste verstehen und die daraus resultierenden Managementaufgaben reflektieren.
Modul 10: Pädagogische und ethische Grundlagen der Sozialen Arbeit
Dieses Lehrgebiet führt in grundlegende erziehungswissenschaftliche und ethische Fragestellungen der Sozialen Arbeit ein. Die Studierenden sollen sich mit Ansätzen familiärer und außerfamiliärer Erziehung auseinandersetzen und daraus pädagogische Konzepte für die berufliche Erziehungs- und Beziehungsarbeit in unterschiedlichen institutionellen Kontexten entwickeln können.
Modul 11: Professionalisierung
Interventionen in der Sozialen Arbeit; aufbauend auf handlungsbezogenen Erkenntnissen aus den Bereichen Methoden, Medien und Theorie der Sozialen Arbeit soll die anwendungsorientierte, professionelle Kompetenz vertieft werden. Bestandteile sind fallorientierte Anamnese, Diagnose, Intervention und Evaluation sowie Basiswissen zur Hilfeplanung, zur Qualitätssicherung und zur Anwendung von Evaluationsverfahren.
Modul 12: Zweite Praxisphase
Sozialadministratives Blockpraktikum; die 2. Praxisphase dient zur Vertiefung der bisher gewonnenen handlungsorientierten Erkenntnisse und Fähigkeiten. Sie setzt sich zusammen aus einem vierwöchigen sozialadministrativen Blockpraktikum in der vorlesungsfreien Zeit nebst Einführung im 1. Semester und Auswertung im 2. Semester.
Modul 13: Handlungsfelder Sozialer Arbeit
Im Vordergrund des 2. Studienjahres steht das handlungsfeldbezogene Studium. Wesentliche Elemente sind die exemplarische Auseinandersetzung mit einem speziellen Handlungsfeld der Sozialen Arbeit, die theoretische Einführung in die diesbezüglich spezifischen Problemstellungen, Rahmenbedingungen und Interventionsstrategien, die Planung und Erprobung des eigenen praktischen Handelns sowie die Reflexion der praktischen Erfahrungen.
Modul 14: Dritte Praxisphase
Projekte; die Verknüpfung von Theorie und Praxis in einem ausgewählten Feld der Sozialen Arbeit findet im 3. und 4. Semesters des Studiums in Projekten statt, die in enger Anbindung an die Handlungsfelder des Moduls 13 stehen. Als Projekt gilt eine praxisbezogene Lehrveranstaltung, die sechs Semesterwochenstunden Praxiserfahrung, eine zweistündige Theorieveranstaltung und eine zweistündige Reflexionsveranstaltung umfasst.
Modul 15: Forschungsmethoden Sozialer Arbeit
Gegenstand dieses Lehrgebietes sind die für die Soziale Arbeit relevanten Methoden der Sozialforschung. Die Studierenden sollen empirische Ergebnisse aus Untersuchungen zu sozialen Problemen verstehen und interpretieren können oder auch selber - z.B. in Sozialberichten, Jahresberichten von Praxiseinrichtungen oder kleineren empirischen Untersuchungen zu Praxisprojekten - Erkenntnisse fachlich korrekt und lesbar darstellen können.
Modul 16: Gesundheits- und sozialmedizinische Grundlagen der Sozialen Arbeit
Die Studierenden sollen die Relevanz von sozioökonomischen, psychosozialen, geschlechtsspezifischen und kulturellen Bedingungen als Risikofaktoren für die Entstehung von Krankheiten sowie als Schutz- und Bewältigungsfaktoren kennen lernen. Aus dem Gesundheitswissen sollen sie begründete Vorgehensweisen zur Verhaltens- und Verhältnisprävention sowie zur Gesundheitsförderung ableiten können.
Modul 17: Interdisziplinäre Perspektiven sozialer Probleme
Ziel dieses Lehrgebietes ist es, aufbauend auf den bereits erworbenen Wissensbeständen aus den fachwissenschaftlichen Grundlagenfächern die Interdependenz und Interaktion der verschiedenen Fachdisziplinen im Hinblick auf Fragestellungen der Sozialen Arbeit erkennen und nachvollziehen zu können. Den Studierenden soll ein multiperspektivisches Verständnis der komplexen Zusammenhänge der Sozialen Arbeit und ihrer Bedeutung für das berufliche Handeln vermittelt werden.
Modul 18: Professionelle Beziehungen - Reflexion und Selbstreflexion
Der Schwerpunkt der reflexiven und selbstreflexiven Arbeit dieses Moduls liegt auf der Beachtung der eigenen Identität und der jeweiligen Rollen, die eine Sozialpädagogin oder ein Sozialpädagoge in verschiedenen Kontexten einnimmt. Dieses Modul richtet die Aufmerksamkeit auf die Trias von Individuum, Gruppe und Sozialraum und zwar in jeweils unterschiedlichen Problemzusammenhängen.
Modul 19: Bachelor Prüfung
Die Bachelor Prüfung besteht aus der Anfertigung der schriftlichen Bachelor Abschlussarbeit und dem Bachelor Kolloquium. Die Bachelor Abschlussarbeit soll zeigen, dass die Kandidatin oder der Kandidat in der Lage ist, Probleme, die sich auf ein Fachgebiet ihres oder seines Studienganges beziehen, selbstständig auf der Grundlage wissenschaftlicher Methoden und Erkenntnisse zu bearbeiten. Die Kandidatin oder der Kandidat wird bei der Bachelor Abschlussarbeit von einer Erstreferentin oder einem Erstreferenten betreut, die oder der unter Berücksichtigung eines Vorschlags der Kandidatin oder des Kandidaten vom Prüfungsausschuss bestimmt wird. Darüber hinaus kann die Kandidatin oder der Kandidat die Zweitreferentin oder den Zweitreferenten vorschlagen. Im Kolloquium zur Bachelor Abschlussarbeit soll die Kandidatin oder der Kandidat die Ergebnisse ihrer oder seiner Bachelor Abschlussarbeit gegenüber fachlicher Kritik vertreten.
Modul 20: Psychomotorik und Sport in sozialpädagogischen Arbeitsfeldern
Die Ausbildung zur Erlangung der Zusatzqualifikation "Psychomotorik und Sport in sozialpädagogischen Arbeitsfeldern" wird als Wahlangebot angeboten und nach erfolgreichem Abschluss mit einem eigenen Zertifikat dokumentiert.
